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News der Woche
Aktuell Stand: 9. April 2026
41. Tag
Iran-Krieg läuft seit
Beginn: 28. Februar 2026
ca. 94 $
Ölpreis Brent
gesunken von über 104 Dollar
2 Wochen
Waffenruhe vereinbart
gilt seit 8. April 2026
0,6 %
Wachstum Deutschland 2026
Prognose halbiert (war 1,3 %)
Islamabad
Verhandlungsort
Pakistan vermittelt ab 11. April

Wochenüberblick · Stand 9. April 2026

Waffenruhe
im Iran

Nach 40 Tagen Krieg haben sich die USA und der Iran am 8. April 2026 auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt. Pakistan vermittelte die Einigung. Der Ölpreis sank deutlich, die Börsen reagierten positiv. Die Lage bleibt jedoch unsicher. Auf dieser Seite sind alle wichtigen Hintergründe zusammengefasst.

Letzte Aktualisierung: 9. April 2026 Iran-Krieg und Waffenruhe Deutschland und Wirtschaft Europa und EU

Die Lage auf einen Blick

Das beherrschende Thema dieser Woche ist die Einigung auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg. Seit dem 28. Februar 2026 griffen die USA und Israel den Iran militärisch an. Am 8. April 2026 verkündeten beide Seiten eine zweiwöchige Feuerpause. Pakistan hatte als Vermittler wochenlang zwischen Washington und Teheran verhandelt.

Ab dem 11. April beginnen direkte Gespräche in Islamabad. Grundlage ist ein Zehn-Punkte-Plan des Iran. Ob die Verhandlungen zu einem dauerhaften Frieden führen, bleibt offen. Experten bewerten die Einigung unterschiedlich. Der Ölpreis fiel unmittelbar nach der Bekanntgabe um rund zehn Dollar.

Deutschland und Europa sehen die Einigung als ersten Schritt. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, die Gespräche mit Teheran wieder aufzunehmen. Die deutsche Wirtschaft leidet unter den Folgen des Krieges – die Wachstumsprognose für 2026 wurde zuletzt auf 0,6 Prozent halbiert.

Iran-Krieg und Waffenruhe

Verlauf des Krieges von Anfang bis heute

28. Februar 2026
Beginn der Angriffe
Die USA und Israel starten gemeinsame Luftangriffe auf den Iran. Ziele sind Militäranlagen, Atominfrastruktur und Führungspositionen. Irans Oberster Führer Ali Chamenei kommt ums Leben. Sein Sohn Modschtaba wird als Nachfolger benannt.
1. bis 15. März 2026
Eskalation und Gegenschläge
Der Iran schlägt mit Raketen auf israelische Städte und US-Stützpunkte in den Golfstaaten zurück. Die Hisbollah eröffnet eine zweite Front im Libanon. Die Straße von Hormus wird faktisch blockiert. Der Ölpreis steigt von rund 73 Dollar auf über 100 Dollar.
17. März 2026
Larijani getötet
Israel tötet Ali Larijani, eine Schlüsselfigur des iranischen Machtapparats, gezielt in Teheran. Der Iran droht mit weiterer Eskalation.
24. März 2026
Trumps 15-Punkte-Plan
Die USA übermitteln über Pakistan einen 15-Punkte-Friedensplan. Kernforderungen sind der Stopp der Urananreicherung, die Abgabe von Vorräten an die IAEA und die Garantie freier Schifffahrt durch Hormus. Der Iran lehnt zunächst ab.
4. bis 7. April 2026
Ultimatum und Verhandlungsdruck
Trump setzt ein Ultimatum bis zum 6. April. Pakistan legt einen Entwurf für eine 45-tägige Waffenruhe vor. Kuwait meldet Drohnenangriffe. Israel bombardiert eine Petrochemieanlage. Der Iran lehnt zunächst ab.
8. April 2026
Waffenruhe vereinbart
Kurz vor Ablauf des Ultimatums einigen sich USA und Iran. Trump erklärt auf Truth Social, die USA würden die Bombardierungen einstellen, sofern der Iran die Straße von Hormus vollständig öffnet. Irans Außenminister Araghtschi bestätigt die Einigung. Der Ölpreis fällt um rund zehn Dollar. Direkte Gespräche beginnen am 11. April in Islamabad.
Waffenruhe

Das Islamabad-Abkommen vom 8. April 2026

Kurz vor Ablauf von Trumps Ultimatum einigten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Feuerpause. Pakistan hatte als Vermittler wochenlang zwischen Washington und Teheran verhandelt. Die Straße von Hormus soll wieder vollständig geöffnet werden.

Straße von Hormus

Warum diese Meerenge die Weltenergiemärkte bewegt

Rund 20 Prozent des weltweiten Öl-Seehandels laufen durch diese 54 Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und Oman. Als der Iran sie blockierte, stiegen Ölpreise und Spritpreise in Europa merklich an.

Friedenspläne

Trumps 15 Punkte und Irans Gegenentwurf

Die USA und der Iran haben je eigene Forderungen formuliert. Der zentrale Streitpunkt ist die Urananreicherung: Trump schließt ein iranisches Atomprogramm kategorisch aus, der Iran besteht auf seinem Recht dazu.

Vermittler

Pakistan als Brückenbauer zwischen Washington und Teheran

Pakistans Generalstabschef Asim Munir verhandelte nächtelang zwischen US-Vizepräsident JD Vance und Irans Außenminister Araghtschi. Das Ergebnis ist das sogenannte Islamabad-Abkommen.

Waffenruhe bleibt fragil
Bereits am ersten Tag der Waffenruhe griff der Iran weiterhin Ziele in den Golfstaaten an und begründete dies mit früheren Angriffen auf iranische Ölanlagen. Israel schloss den Libanon ausdrücklich aus der Waffenruhe aus. US-Vizepräsident Vance erklärte, die Lage sei fragil. Sicherheitsexperte Carlo Masala von der Bundeswehr-Universität München bezeichnete die Einigung im Deutschlandfunk als eine, die eher nach einer strategischen Niederlage der Vereinigten Staaten aussehe.

USA und Weltpolitik

Trump

Trump erklärt totalen Sieg – Iran feiert in Teheran

Trump verkündete die Waffenruhe als totalen und vollständigen Sieg. Gleichzeitig feierten in Teheran Menschen auf den Straßen. Irans staatliche Medien schrieben, Trump habe sich den Forderungen Teherans gebeugt. Experten sehen die Situation differenzierter.

„Wir stimmen dem Stopp der Bombardierungen zu, sofern der Iran Hormus vollständig, sofortig und sicher öffnet."Donald Trump, Truth Social, 8. April 2026
Kuba

Ölblockade, Stromausfall und Annexionsdrohung

Seit Februar 2026 blockieren die USA alle Öllieferungen nach Kuba. Am 17. März folgte ein landesweiter Stromausfall. Zeitgleich erklärte Trump, er werde die Ehre haben, Kuba zu übernehmen. Die internationale Gemeinschaft reagierte mit scharfer Kritik.

Venezuela

Von Feindstaat zu strategischem Partner

US-Innenminister Doug Burgum bezeichnete Venezuela am 8. März als strategischen Partner. Hintergrund ist der Ölmangel durch die Blockade von Hormus. Venezuela verfügt über riesige Reserven und liegt in unmittelbarer Nähe zu den USA.

Handelspolitik

US-Zölle gegen die EU: Neue Frist bis 15. April

Ein Jahr nach dem sogenannten Liberation Day zeigen Trumps Zölle für Deutschland bisher geringere Auswirkungen als befürchtet. Allerdings prüfen die USA neue Zölle nach Section 301 gegen die EU, für die bis zum 15. April 2026 Stellungnahmen einzureichen sind.

Europa und die EU

EU-Reaktion

Merz, Macron und weitere Staatschefs begrüßen Waffenruhe

Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und weitere westliche Regierungschefs veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung. Darin begrüßen sie die Waffenruhe und fordern ein rasches und dauerhaftes Ende des Krieges.

Migration

EU-Parlament stimmt für Abschiebezentren in Drittstaaten

Der Innenausschuss des EU-Parlaments stimmte am 9. März 2026 für die neue Rückführungsverordnung. Sie ermöglicht sogenannte Return Hubs in Drittstaaten für ausreisepflichtige Personen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Pläne scharf.

Energie

EU-Gasausstieg: Ungarn und Slowakei klagen vor dem EuGH

Die EU will bis September 2027 vollständig aus russischem Pipelinegas aussteigen. Ungarn und die Slowakei haben eine Klage beim Europäischen Gerichtshof angekündigt, da sie überdurchschnittlich von russischen Lieferungen abhängig sind.

Ukraine

EU-Kredit für Ukraine blockiert – Selenski hofft auf Kursänderung

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán blockiert weiterhin die Auszahlung des 90-Milliarden-Euro-EU-Kredits für die Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenski zeigte sich zuversichtlich, dass die USA ihre Unterstützung nach dem Iran-Krieg wieder aufnehmen werden.

Deutschland und Wirtschaft

Konjunktur

Wachstumsprognose auf 0,6 Prozent halbiert

Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Frühjahrsprognose am 1. April 2026 deutlich nach unten korrigiert. Hauptgrund ist der Energiepreisschock infolge des Iran-Krieges und der Blockade der Straße von Hormus.

Außenpolitik

Merz nimmt Gespräche mit Teheran wieder auf

Nach der Waffenruhe kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz an, dass Deutschland direkte Gespräche mit dem Iran wiederaufnehmen werde. Zuvor hatte er eine Militärbeteiligung klar abgelehnt und erklärt, Deutschland hätte von diesem Krieg abgeraten.

Energie

Strom, Sprit und Subventionen: Die Lage in Deutschland

Der Strompreis für Neukunden liegt bei 26,3 Cent pro Kilowattstunde. Der Bund wendet 2026 rekordhohe 29,5 Milliarden Euro für Energiesubventionen auf. Spritpreise könnten selbst nach einer vollständigen Öffnung von Hormus noch Monate erhöht bleiben.